Der große Umbruch kam Anfang der 80er-Jahre, als Heinrich Wischmann – auf der Suche nach neuen Erwerbsmöglichkeiten – sein Augenmerk auf Asien, insbesondere den koreanischen Ginsenganbau, richtete, der eine Alternative zur subventionierten Landwirtschaft versprach. Mit viel Geduld und Arbeit verwirklichte Ginsengpionier Wischmann seine Vision von koreanischem Ginseng aus deutschem Ackerboden und wandelte damit auch das Erscheinungsbild des ehemals so beschaulichen Helkenhofs.
Arbeiten im ehemaligen Kuhstall
Heutzutage befindet sich die Zentrale der FloraFarm mit ihrem einladenden Ginseng-Café und dem Ginseng-Shop im ehemaligen Viehtrakt des niedersächsischen Bauernhauses, das auch heute noch den Wohnbereich von Ginsengpionier Heinrich Wischmann beherbergt.
In dem ehemals als Werkstatt genutzten kleinen Gebäude links vorm Hauptgebäude befindet sich heute ein Teil der FloraFarm-Verwaltung: Hier kümmern sich die Mitarbeiterinnen um den Warenversand und die Betreuung unserer Gäste.
Im Zentrum der Hofanlage liegen zwei denkmalgeschützte Speicher, die schon früh als Nebengebäude angelegt wurden. Dies war zur jeweiligen Entstehungszeit eher ungewöhnlich, da damals üblicherweise alle Funktionen des ländlichen Haushaltes in bäuerlichen Hauptgebäuden unter einem Dach vereint waren.Baukunst aus dem 19. Jahrhundert
Begibt man sich auf den Ginsengpfad in Richtung Ginseng-Schaufeld, so liegt rechter Hand ein zweigeschossiger Speicher von circa 1825. Auffallend hierbei ist das enge Fachwerkraster aus einer großen Menge wertvollen Eichenholzes und eine Ausfachung mit Backsteinen – eine für jene Zeit sehr teure Bauart. Ziegel wurden zumeist nur in kleiner Serie gefertigt und auch das Eichenholz war ein sehr begehrter und seltener Baustoff. Dies deutet auf eine hohe Wirtschaftskraft des Helkenhofes zu dieser Zeit hin. Bereits bei seiner Erbauung wurde der Speicher mit Handstrich-Hohlpfannen eingedeckt und ist heute noch über eine innenliegende Treppe begehbar.
Eine Besonderheit für diese Region stellt der in der Hofmitte liegende, eingeschossige Treppenspeicher mit hohem Kniestock (Drempel) von 1675 dar, der aufgrund seiner Konstruktion umfangreichen Lagerraum im Dach bietet und durch eine außenliegende Treppe begehbar ist. Seine ungewöhnliche Kombination aus einer Remise (offene Durchfahrt an einer Seite) und einem Speicher ist in dieser Region einmalig. Als reiner Holzbau konstruiert, besitzt er einige Holzverbindungen, die schon im alten Ägypten gebräuchlich waren (Balken sind durch die Ständer gezapft und mit Keilen gesichert). Starke Bretter, sogenannte Bohlen, wurden zur Ausfachung genutzt – daher stammt auch die Bezeichnung „Ständerbohlenbau“, der in ähnlicher Weise auch bei den norwegischen Stabkirchen Verwendung findet. Die steile Dachneigung des Speichers zeigt noch an, dass die Eindeckung ursprünglich aus Roggenstroh bestand.
Neues ergänzt Altes
Doch nicht nur historisch-traditionelle Gebäude befinden sich auf dem Helkenhof, auch ein moderner Bau, der 2005 von Altbundeskanzler Helmut Schmidt eingeweiht wurde, ergänzt das Erscheinungsbild. Hier ist mit der „Juwi MacMillan Group“ eines der führenden Marketing-Unternehmen der Gesundheitsbranche untergebracht, und mehr als 100 Mitarbeiter aus allen Himmelsrichtungen treffen hier täglich morgens ein, um für Kunden aus aller Welt Werbeauftritte im Internet zu kreieren, Veranstaltungen zu organisieren oder Broschüren und andere Informationsmaterialien herzustellen. Juwi MacMillan steht für zwei kreative Köpfe: Gawain MacMillan und Peter Jungblut-Wischmann – Mitbegründer der FloraFarm und Schwiegersohn von Ginsengpionier Heinrich Wischmann – die sich mit ihrer Kreativagentur in ländlicher Idylle an der Spitze der Pharmaagenturen etabliert haben.
Aber auch ehemalige Ginsengfelder haben eine neue, moderne Bestimmung gefunden. Da nach Bestellung und Ernte die Ginsengfelder eine Generation lang, also etwa für 25 Jahre, nicht erneut für den Anbau hochwertigen Ginsengs genutzt werden können, wurde direkt an das Hofgelände ein 10-Loch-Naturgolfplatz zum „Gowfen“ nach schottischem Vorbild angelegt. Hier haben die Löcher einen Durchmesser von mehr als einem Meter und „Greens“ sind nicht vorhanden – also ideale Voraussetzungen sowohl für geübte als auch neue Freunde des Golfsports.
Das Loki-Schmidt-Beet
Altbundeskanzler Helmut Schmidt schwört seit mehr als 40 Jahren auf die Wirkung von Ginseng. Seine Ehefrau Loki hatte vor mehr als 10 Jahren FloraFarm Ginseng für sich und ihren Ehemann „entdeckt“ und so profitierten beide vom Ginseng „made in Germany“ und waren dem Hause stets freundschaftlich verbunden. Als passionierte und bundesweit anerkannte Pflanzenkennerin besuchte Loki Schmidt die Ginseng-Gärten mehrfach. Mit der Teilnahme an der Aktion „90 Loki Schmidt Beete“ würdigt die FloraFarm eine außergewöhnliche Frau und ihr unermüdliches Engagement für den Naturschutz.Das Loki-Schmidt-Beet befindet sich an zentraler Stelle auf der FloraFarm, direkt neben der großen Ginsengwurzel, dem Treffpunkt für kostenlose Führungen durch die Ginseng-Gärten. Ein besonderer Platz, der alle Sinne anspricht – ein Ort zum Entdecken und Verweilen für die Besucher der FloraFarm.














